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Leben und arbeiten im Ausland -
Arbeitsvertrag

Nach erfolgreicher Bewerbung können Sie nun den Arbeitsvertrag abschließen. Hierbei gilt es besondere Vorsicht walten zu lassen, da der Vertrag, den Sie unterschreiben, das Rückgrat ihres Auslandsaufenthaltes bilden wird.

Der rechtliche Rahmen des Arbeitsvertrags richtet sich nach dem Sitz des Arbeitgebers. Als Angestellter einer deutschen Firma können Sie sich auf deutsches Recht berufen. Auf dem internationalen Arbeitsmarkt werden Sie aber in den seltensten Fällen einen Vertrag unterschreiben, der sich nach deutschem Recht richtet. Daher sollten Sie unbedingt jeden Vertrag vor der Unterzeichnung genau prüfen und darauf achten, dass alle mündlichen Vereinbarungen mit dem neuen Arbeitgeber auch schriftlich festgehalten werden. Erwarten Sie nicht überall die gleiche Rechtsstaatlichkeit wie in Deutschland und machen Sie sich bewusst, dass sie als Gast in einem fremden Land bei Rechtsstreitigkeiten oft benachteiligt sind!

Achten Sie daher je nach Land besonders auf die folgenden Punkte:

o Kündigungsrecht und -schutz
o Gehaltsmodalitäten
o Arbeitstage/-zeiten
o Unterbringung
o Urlaub/Bezahlter Heimflug
o Lohnfortzahlung bei Krankheit/Arbeitsunfähigkeit
o Lohnfortzahlung bei höherer Gewalt (z. B. politische Unruhen, Naturkatastrophen)
o Kostenzuschuss für Visa/Umzug/Bestechungen
o Kostenzuschuss für Schule der Kinder

Wir empfehlen Ihnen, vor einer Vertragsunterzeichnung die Mitarbeiter der ZAV zu konsultieren und sich von diesen beraten zu lassen. Je nach Verbindlichkeit der Situation sollten Sie auch die Hilfe eines Rechtsbeistandes in Betracht ziehen.

Noch ein Tipp: Ein deutscher Arbeitgeber ist per Gesetz zu bestimmten Leistungen bei der Entsendung von Arbeitnehmern ins Ausland verpflichtet. So muss er Ihnen z. B. entsendungsbedingte Mehraufwendungen erstatten bzw. bevorschussen. Dazu zählen Kosten für die Reise zur und von der Arbeitsstelle, sowie Umzugszuschüsse. Unter Umständen, z. B. bei langen Auslandsaufenthalten, kann diese Erstattungspflicht auch für Familienangehörige gelten. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber auf jeden Fall darauf an. Auch bei ausländischen Arbeitgebern lohnen sich solche Anfragen.

Des weiteren sollten Sie bei den Vertragsverhandlungen auch an Auslandszuschüsse und Wechselkurs- bzw. Inflationsausgleiche denken. Informieren Sie sich vor den konkreten Verhandlungen über die entsprechenden Eckdaten des Ziellandes.

Besonders bei der Verhandlung mit ausländischen Arbeitgebern spielt auch die Währung der Lohnzahlungen eine wichtige Rolle. Sie sollten sich das Gehalt nur in einer stabilen Währung auszahlen lassen. Durch Kurseinbrüche oder galoppierende Inflation können Sie leicht einen Großteil Ihres Gehaltes einbüßen. Wir empfehlen Ihnen daher, sich Ihr Gehalt in Euro oder US-Dollar auszahlen zu lassen.

Eine weitere wichtige Frage ist die des Kontos, auf welches das Gehalt gezahlt werden soll. Auf den ersten Moment bietet sich ein Konto vor Ort an. Beachten Sie aber bitte, dass einige Staaten sehr strikte Regulierungen bezüglich Devisentransfers in andere Länder haben. Hierdurch kann es zu überraschenden Problemen kommen wenn Sie eine größere Geldsumme nach Deutschland schicken möchten. Für ein deutsches Gehaltskonto spricht die Sicherheit, allerdings sehen hier viele im Ausland tätige Personen steuerrechtliche Nachteile. Informieren Sie sich daher gut im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung.

Thomas Bornschein, Mirco Thomas: Leben und arbeiten im Ausland
ISBN 978-3-934662-80-3
87 Seiten, 24,90 €
Ratgeber bestellenVerlag interna, Auguststr. 1, 53229 Bonn

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