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Argentinien - Tischsitten

Die Argentinier essen gern und gut. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Rindfleisch ist der höchste in der Welt: 12 Mio. Rinder werden jährlich verzehrt. Das Fleisch wird - sofern nicht ausdrücklich bestellt - in der Regel durchgebraten serviert. Dazu gibt es Wein, und zwar den guten argentinischen. Bestellen Sie keinesfalls kalifornischen Wein und besser auch nicht französischen, das würde das Herz Ihres Geschäftspartners nicht unbedingt erfreuen. Vorher wird oft gancia - ein süßer Vermut - gereicht, nach dem Essen gern ein Whisky.

Matetrinken in Freundeskreis

Ist Ihr Budget begrenzt, dann bestellen Sie ausdrücklich lokale Getränke (nacional), denn importierter Alkohol ist sehr teuer. Wein wird in Maßen getrunken, wenngleich man auf dem Land wiederum den angebotenen Alkohol nicht ablehnen darf. Gießen Sie Wein nach, dann bitte nicht mit der linken Hand. Viel und gern wird Kaffee getrunken. Ein Ritual, welches das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt, ist das Matetrinken. Mate wird in eine calabaza (getrocknete Kürbisfrucht) gegeben, mit heißem Wasser aufgefüllt und mit einer bombilla (Trinkrohr, oft aus Silber) getrunken. Das Gefäß wird nie auf den Tisch gestellt, sondern von einem zum anderen gereicht, dazwischen wird immer wieder heißes Wasser nachgegossen, was den starken Geschmack nach und nach mildert. Schließen Sie sich nicht aus, wenn Sie dazu eingeladen werden und Sie Freunde gewinnen möchten.

Zwischenmahlzeiten

Die Hauptmahlzeit wird - wo es möglich ist - mittags eingenommen. Gegessen wird später als bei uns, mittags 13 bis 15 Uhr, abends nicht vor 21 Uhr. Um die lange Zeit zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken, trinkt man gegen 17 Uhr Kaffee oder Tee und isst "facturas" - kleines Gebäck, gefüllt mit "dulce de leche", einer süßen Creme. Lädt man Sie um diese Zeit ein, bringen Sie eine Tüte facturas mit.

Sitzordnung und Tischmanieren

Der weibliche Ehrengast sitzt rechts neben dem Gastgeber, der männliche neben der Gastgeberin. Paare werden gern getrennt gesetzt. Der galante Argentinier erhebt sich, wenn eine Frau den Raum betritt bzw. den Tisch verlässt. Greifen Sie erst zum Besteck, wenn der Gastgeber guten Appetit (buen provecho) gewünscht hat. Die Essensmanieren entsprechen unseren Sitten und Gebräuchen. Im Restaurant wird dem Gast ein Tisch zugewiesen. Nie setzt man sich zu Fremden an einen Tisch, selbst wenn das Lokal überfüllt ist, wartet man, bis ein Tisch frei wird. Wenn Sie die Rechnung haben möchten, heben Sie den Arm und machen Sie Schreibbewegungen mit der Hand. Es ist hier durchaus üblich, nach dem Essen noch sitzen zu bleiben und in aller Ruhe zu diskutieren, meist bei einem Kaffee. Es wird also nicht wie in China erwartet, dass der Gast sofort nach dem Essen den Tisch frei macht.

Die Rechnung - ein Trinkgeld wird erwartet

Die Rechnung wird entweder vom Gastgeber - sofern es einen gibt - übernommen. Ansonsten legt jeder seinen Anteil auf den Tisch. Der Ober wird mit "Camarero", "Mozo" oder "Ché" angesprochen, eine weibliche Bedienung heißt "Moza". Auch wenn Service im Preis enthalten ist, sollten Sie 5% Trinkgeld im Restaurant geben, ansonsten sollten es etwa 10% sein. Das Geld bleibt auf dem Tisch liegen. Taxifahrer erhalten kein Trinkgeld - der Betrag wird aufgerundet. Trinkgeld erhalten Platzanweiser, Portiers, Garderobieren und Friseure.

Birgit Rupprecht-Stroell: "Stil und Etikette - Handbuch Argentinien"
ISBN 978-3-937887-90-6
8,00 Euro, 32 Seiten, DIN A4
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